Twitter #Vorsätzeumsetzen

5 05 2009

Vor etwa vier Monaten habe ich mich entschieden zu twittern. Damals war ich mir nicht ganz sicher, ob mir das Konzept des Microblogging (Abstimmung über das Genitiv-s?) gefällt. Und obwohl ich zuerst sehr skeptisch war, muss ich sagen, dass ich dem Microblogging wirklich etwas abgewinnen kann. Zu Beginn hatte ich noch ein paar Fehlvorstellungen vom Microblogging, die aber so nicht stimmen.

Ich dachte, Twitterer würden alles schreiben, was sie den ganzen Tag tun und was interessieren mich Tweets wie „putze meine Nase“. Es kann natürlich sein, dass es einige Twitterer gibt, die so etwas für schreibenswert halten, aber die meisten beschränken sich auf außergewöhnlichere Dinge. Natürlich interessieren nicht jeden alle Tweets, aber dabei kommen weitere Fehlvorstellungen hinzu. Ich habe mir vorgestellt, dass ich ununterbrochen mitlesen müsste, was die anderen schreiben. Es reicht aber immer mal wieder reinzuschauen und die aktuellsten Tweets zu überfliegen. Alle Tweets, die dabei nicht von Interesse sind werden einfach übergangen und auf ausgewählte kann reagiert werden. Es war aber falsch zu denken, dass alle Tweets kommentiert und beantwortet werden müssen. Wer die letzten Tweets überfliegt stellt vermutlich fest, dass nur ein Bruchteil momentan interessant für ihn sind und auf diese kann eingegangen werden. Schließlich schreibt die Person ja meist nicht direkt an mich, sondern an alle ihre Follower. Im Prinzip ist alles viel weniger verpflichtend und weniger aufwändig als ich dachte. Aus diesen Gründen musste ich auch meine Bedenken ablegen, dass Twitter wahnsinnig viel Zeit kosten würde. Der Zeitaufwand ist wirklich überschaubar. Das liegt natürlich auch daran, dass jeder Tweet nur maximal 140 Zeichen beinhaltet, die schnell überflogen und schnell verfasst sind. Twitter gibt dadurch eine gute und unkomplizierte Möglichkeit zur Kommunikation.

Interessant ist es für mich vor allem dann, wenn mir die Follower aus dem richtigen Leben bekannt sind. Für den Kontakt zu Mitstudenten finde ich Twitter zum Beispiel ideal. Wenn wir uns an der PH treffen kommen wir häufig über den „wie-war-deine-Vorlesung“-Smalltalk nicht viel hinaus. Ich kann nicht wissen, womit sich die Person in den letzten Tagen beschäftigt hat, denn schließlich stelle ich mich auch nicht hin und sage:
„Übrigens habe ich gestern eine interessante Seite zu … gefunden. Hier ist der Link. Dabei habe ich das neue Album von … angehört. Ach und kennst du eigentlich ein Tool um … zu erstellen?“ Deshalb werde ich auch nicht die Antwort bekommen: „Ah, super nach so einer Seite habe ich schon lange gesucht. Das ist ein sehr gutes Album. Dann magst du bestimmt auch …. Klar, wenn ich ein Tool dafür brauche benutze ich immer ….“ Wenn ich solche Beiträge aber zufällig bei Twitter lese und mich die Seite interessiert, ich meine Meinung zur Musik abgeben will oder ich das passende Tool kenne, kann ich antworten. Wenn nicht kann ich es lassen. Diese Unverbindlichkeit finde ich sehr praktisch und ich sehe absolut einen Nutzen in der Sache
. Natürlich geht das auch bei Kontakten, denen ich im richtigen Leben noch nie begegenet bin. Allerdings ist es schon spannender auf die Leute zu treffen und der Smalltalk lässt sich dann um viele Insider erweitern ;).

Worüber ich in den letzten Monaten getwittert habe lässt sich an meinen Hashtags (Schlagworte für einen Tweet, die in Twitter mit # gekennzeichnet sind) sehen:
tweet

Ich werden auf jeden Fall weiter twittern, deshalb können meine letzten Tweets in Zukunft auch in der rechten Spalte meines Blog verfolgt werden.

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